Nicht überheblich klingen

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Ich will ja jetzt nicht überheblich klingen, ABER manchmal wundere ich mich doch darüber, inwiefern Menschen sich über Dinge aufregen wie: Ein Hund steht im Weg. Ich freue mich über das kleine dröppelige Geschöpf, das in diesem Moment nicht genau weiß, wo es hin soll in all dem Menschentrubel und sich vielleicht nicht so gut auskennt mit spatial awareness, wie es beim Menschen der Fall ist. Aber hey, blöder Köter im Wege. Ich schmunzel über die Interaktion. Ich schmunzel über den Menschen, der sich wegen eines Hundes aufregt, und ich freue mich über den Hund, weil er ein Tier ist und ich Tiere liebe. Aber wenn ich eins nicht leiden kann, dann ist das Gehupe. Aber ich habe gerade keine Kraft darüber, mich aufzuregen. Zu viel habe ich mich aufgeregt über Dinge, die ich dann doch nicht ändern kann. Ich kann ja nicht allen, die hupen, die Hand abschneiden. Dann würden sie mit der Stirn hupen oder den Rest ihres Armes benutzen. Und selbst dann, wenn keine Arme und Beine mehr dran sind, wie der schwarze Ritter bei Monty Python, fabrizieren die Stimmbänder eine Folge von unterschiedlichen Frequenzen, die nicht nur meinen inneren Frieden gefährden, nein, sie sorgen auch für die ein oder andere Missschwingung in dem empathischen Teil meines Gehirnes, der langsam an seine Grenzen kommt. Auf Deutsch: ES REICHT MIR JETZT ABER LANGSAM MAL HIER, MAN EY! HÖR AUF, VERFICKT NOCHMAL ZU HUPEN, DU KLEINER BLECHBÜCHSEN-ALPHA-KLÄFFER, ODER ICH HAU DIR AUF DEINE VERFICKTE… Nein, ich habe gelernt, das Beste draus zu machen. Was ist das Beste? Zurücklehnen und genießen. Menschen beobachten in all ihrer Verrücktheit. Die Verrückten, die meinen, dass die Welt verrückt ist, weil sie sich nicht nach ihren Maßstäben orientiert, die Verrückten, bei denen sich fast alle einig sind, dass sie verrückt sind; die Verrückten, bei denen alle meinen, dass sie nicht verrückt sind. Und die Verrückten wie ich, die einfach all dieses menschliche Schauspiel genießen und sie alle lieb haben. Wie kleine Kinder, die einfach mal quengelig sind. Und manchmal sieht man auch den ein oder anderen Engel, der das Gleiche denkt und fühlt, und man lächelt sich an, als hätte man einen Mitwisser gefunden. Man schaut sich an, wenn es wieder in einer Berliner U-Bahn zu einer verrückten Situation kommt, und man muss schmunzeln. Ja, wir stecken alle im gleichen Boot. Und ich lass mich weiter von der U-Bahn treiben und bin gespannt, was als Nächstes passiert.

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