Heilung

Ich mag es, wenn sie mir tief in meine Augen guckt.
Große, kullernde Augen, mit einem großen Funkeln drin.
Hinter dieser Spiegelung des Deckenlichts, steckt ein großer Schmerz. Ich kenne dich.
Lass mich dein Balsam sein und dich vom Schmerz befrein’.

Du spürst, ich sehe dich, doch du erschreckst dich.
Gehst in den Rückzug. Kapitulierst und verschwindest. Nun bin ich auf Entzug.
Mein Helfersyndrom schreit nach deinen suchenden Augen.
Ich kann nur lieben, indem ich heile.

Doch du wolltest alleine sein und verschwandest in Windeseile.
Nun steh ich da, wie bestellt und nicht abgeholt.
Weiß nichts mit mir anzufangen, muss jetzt an meine eigenen Wunden ran.
Schmerzverzerrt schaue ich meine Seele an und frage mich: Wo soll ich anfang?

Die Wunden eitern und suppen heraus. Es stinkt leicht. So einfach komme ich aus dem Schlamassel nicht raus.
Richte meinen Blick auf und schaue nach ihr. Vielleicht ist sie ja doch noch irgendwo hier.
Ihre Wunden machen meine vergessen.
Wie egoistisch diese Liebe. Doch ich liebe ihren Schmerz, der mich erinnert an mein eigenes Herz.

Du bist schön, so wie du bist.
Ertappe ich mich lautsagend. Es ist zu spät. Nur das Echo antwortet auf meine Aussagen.
Wieder allein im Kreise meiner Welt, niemand, der endlich mal meine Hand hält.
Alleine schreite ich nun durch die einsame Dunkelheit. Keiner da, nur ich und meine Einsamkeit.

Die Wunden pochen, zwicken und tun weh. Ein dauernder Schmerz, immer wenn ich geh.
Hab keine Medizin dabei, die mir helfen kann. Ach wäre ich doch nur Apotheker, so könnte ich mir brauen den Heilungstrank.
Finde auf dem Weg ein Blatt. Wisch mir damit den Eiter ab. Glühendes rot tropft die Wunde hinunter. Der schmerzt wird stärker und meine Seele zieht sich zusammen und wird härter.
Kälte kehrt ein in meiner Seele, um den Schmerz zu lindern. Die Wunde mit Vorsicht behandeln, das wird die Entzündung verhindern.

Ich gehe weiter und es schmerzt, doch entdecke eine Flasche Alkohol, auf der steht: März.
Gebe den März auf meine Wunden. Schreie kurz laut, denn Heilung ist grausam und lässt dich schunden.
Das Brennen auf meiner Seele unerträglich, aber für meine Gesundheit da. Nichts mehr von dem Ungeziefer mehr in meiner Seele, nehme nur den Alkohol wahr.
Das Stechen und Ziehen der Wunden klingt ab. Jetzt fängt die Seele an zu pochen. Fühle mich endlich besser und sehe endlich wieder die Wochen.

Voller Liebe und Zuversicht, ich glaube, das hat sich gelohnt, der Kampf mit sich.
Voller Lebensenergie, das Kraftwerk des Lebens ist wieder am Streben. Die Seele spürt sich und in ihr geht die Sonne auf. Lass mich euch Licht schenken und Liebe geben. Denn Heilung ist für alle da, wenn ihr es schafft, in eurer Einsamkeit zu verwahrn.

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